Mittwoch, 29. November 2017

Weihnachtskleid- eigener Entwurf


Mein Weihnachtskleid 2017 hatte ich schon im September geplant und auch schon den Stoff dafür mir überlegt. Weihnachten ist  ja ein planbares Ergeignis, nichts spricht dagegen , alle Vorbereitungen rechtzeitig zu treffen. Natürlich habe ich jetzt, Ende November, schon sämtliche Geschenke besorgt und liebevoll verpackt. Die Weihnachtsplätzchen werden noch vor dem ersten Advent gebacken, dann hängt natürlich auch schon die gesamte umfangreiche Weihnachtsdekoration. Und so kann ich die gesamte Advents- und Weihnachtszeit völlig entspannt und gut gelaunt geniessen...
Ach, wäre das schön,wenn ich diesen ersten Absatz mit voller Überzeugung hätte schreiben können...aber natürlich ist die rauhe Wahrheit die, daß auch ich zu den Leuten gehöre, für die der Satz "Weihnachten kommt immer so plötzlich" erfunden wurde.
Aber der erste Satz stimmt, mein Weihnachtskleid habe ich wirklich schon im September geplant!
Denn da war ich bei Peggy Morgenstern auf einem Schnittkonstruktionskurs  für Etuikleider. Entstanden sind zwei Schnitte, einmal für ein Leinenkleid:

Dieses Kleid hatte ich hier schon  mal im Blog gezeigt.
Das andere Kleid, das ich konstruierte, hatte ich von vornherein als Kleid für Weihnachten für mich geplant. Es hat Teilungsnähte, die in den Armausschnitt laufen, einen leicht ausgestellten Rock und Dreiviertelärmel. Ich stelle es mir ungefähr so vor:


Einen Stoff hatte ich in Gedanken auch schon lange mir überlegt. Ich vernähe ja sehr gerne Stoffe des französischen Labels Atelier Brunette, und hier gibt es einen Viscose-Crepe in vielen schönen Farben. Für Weihnachten hatte ich mir dunkelgrün vorgestellt, und so wurde dieser Stoff vor einigen Wochen schon bestellt und ich fühlte mich für den Weihnachtskleid-Sewalong so gut präpariert, daß ich getrost den ersten Termin geschwänzt habe.
Diese Woche habe ich dann Schnitt und Stoff herausgesucht, und mir kamen Bedenken. Der Stoff ist wunderschön, ein ganz zarter Crepe, leicht durchscheinend in einem grün, das etwas ins petrolfarbene geht, eine tolle Farbe. Der Stoff hat eine tollen Fall, und wenn ich ihn mir anhalte, lädt er zum Drapieren ein, ruft nach einer Raffung, Falten, Einkräuselungen-dafür wäre dieser Stoff wunderbar geeignet.

Mein Schnitt ist ein ganz gerader, schnörkelloser Schnitt. Wahrscheinlich könnte ich ihn aus dem grünen Crepe nähen, aber wird der Schnitt dem Stoff gerecht? Mittlerweile habe ich da meine Zweifel. Ich hatte dann mal kurz den hochfliegenden Plan, einen Wasserfallkragen an mein Kleid zu konstruieren- aber ich fürchte, dafür reichen meine Schnittkonstruktionskünste nicht aus, zumal das Kleid ja natürlich gefüttert wird, und Wasserfall an Futter- nein , das kriege ich alleine nicht hin, jedenfalls nicht in dieser knappen Zeit.
Aber ich könnte natürlich einen anderen Rock and das Oberteil nähen. Für einen richtig weiten Tellerrock wird mein Stoff vermutlich nicht ausreichen, aber ich könnte einfach einen in der Taille angekrausten Rock ansetzen. So vielleicht?
 Kräusel in der Taille sind ja aus dicken Stoffen etwas problematisch, weil sie so leicht auftragen, aber aus diesem zarten Stoff geht das wahrscheinlich wunderbar.
Oder doch noch einen anderen Stoff für das erste Kleid suchen? Oder zwei Kleider nähen? Ach, wie gut, daß ja noch so viel Zeit ist bis Weihnachten, erst mal suche ich jetzt weitere Inspirationen auf den anderen Blogs des Memademittwoch!

Ninja-Kleid von Crafteln

Wieviele Schnittmuster für Hoodies, für Kapuzenkleider braucht frau eigentlich? Diese Frage  hatte ich mir gestellt, bevor ich den Ninja-Schnitt von Crafteln bestellte. Ninja ist ein Schnitt für einen Kapuzenpullover oder ein Kleid aus dem Label Crafteln, in dem die Schnitte der Berliner Modedesignerin Lindy Stokes für uns Hobbynäherinnen verfügbar gemacht werden.
Natürlich besitze ich einige Schnitte für Kapuzenpullis, die ich gerne genäht habe  und die gerade jetzt in der kühlen Jahreszeit auch gerne getragen werden.
 Aber Ninja ist schon ein besonderer Schnitt, da hier die Kapuze mit einem Wasserfallkragen kombiniert wird. Das ist schnitttechnisch gar nicht so ganz einfach. Das Problem bei dieser Kombination ist, daß die Kapuze den Wasserfall nach hinten zieht, oder auch der Wasserfall die Kapuze nach vorne, wenn die Größe der beiden Teile nicht gut abgestimmt ist.

Bei Ninja ist das Problem dadurch gelöst, daß die Kapuze relativ klein ist, das scheint ein ausgewogenes Verhältnis zum Wasserfallkragen zu ermöglichen.. Die Kapuze ist ans Vorderteil angeschnitten und wird am Rückteil dann angenäht. Ich finde das sehr gelungen, die Kapuze sieht aufgesetzt gut aus, und sonst hängt sie eben dekorativ am Rücken herab und dient als rückwärtiger Kragen.
Ninja gibt es als Pullover oder verlängert als Kleid, ich habe die Kleid-Version genäht.
Vor das Nähen haben die Nähgötter allerdings die Anfertigung des Papierschnittes gestellt. Ninja gibt es nur als Download-Schnitt, und ich habe den Schnitt als A0 plotten lassen, so wie ich es eigentlich immer mache. In diesem Fall war ich schon sehr froh über diese Möglichkeit, denn die Schnittmusterteile des Kleides sind auf dem Bogen in ihrer ganzen Schönheit abgedruckt, so daß man auch in einfacher Stofflage zuschneiden könnte. Für manche Größen mag das hilfreich sein, in meinem Fall paßten die Teile für Vorder- und Rückenteil gut nebeneinander auf meinen Stoff und ich habe natürlich das Vorderteil im Bruch zugeschnitten.

Ich wußte schon aus vielen Blogbeiträgen, daß Ninja eher großzügig geschnitten ist und hatte daher eine Größe kleiner gewählt als sonst bei den Crafteln-Schnitten. Aber auch diese Größe fand ich noch zu weit. Ich habe dann an allen Teilungsnähten noch Weite herausgenommen und so eine  taillierte Form geschaffen. Das ist bei diesem Schnitt nicht weiter schwierig, da das Rückenteil eine senkrechte Teilungsnaht hat und somit gut angepaßt werden kann.

 Genauer gesagt ist es jetzt so, daß mein genähtes Modell im Taillenbereich noch ca 8 cm Bequemlichkeitszugabe hat, in der Originalversion sind es gut 20 cm. Mir gefällt es so besser, aber das ist sicher eine Geschmacksfrage und auch eine Frage des Stoffes.

Mein Stoff war absolut ein Traum. Ja , das denke ich bei vielen Stoffen, aber bei diesem habe ich es wieder mal gemerkt, wie wichtig der Stoff auch für das Wohlfühlen beim Nähen ist.
Der Stoff ist ein Viscosestrickstoff mit Anteilen von Polyester und Polyamid. Er ist ganz, ganz weich, fällt wunderschön und- war auch noch gut zu vernähen! Bezogen haben ich ihn hier.
Natürlich habe ich diesen Stoff aus Interesse einer Brennprobe unterzogen. Seit Constanze und Bele uns auf dem Bloggertreffen in Köln in die Geheimnisse der Stoffkunde eingeweiht haben, ist kein Stofffetzen mehr vor meinen Zündeleien sicher. Etliche Stoffe mit bekannter Zusammensetzung habe ich schon angezündet, und man erkennt schon oft ein Muster, finde ich. Bei diesem Stoff war es so, daß die gute Brenneigenschaft der Viscose gut erkennbar war, aber der deutliche Chemiegeruch auch die Kunstfasermischung anzeigte. Ich werde weiter zündeln, das ist hochinteressant!


Das Ninjakleid ist einfach und schnell zu nähen, die Anleitung habe ich nicht wirklich gebraucht, aber trotzdem voller Freude gesehen, daß sicher auch ein Nähanfänger damit gut klar kommmen würde.

Und das fertige Kleid ist wunderschön. Natürlich ist es ein sehr einfacher Schnitt, aber durch den schwingenden Rock hat es eine gewisse Eleganz und ich fühle mich damit sehr gut angezogen.  Bequem ist es natürlich wie ein Sweatshirt, und dann diese kuschelige Kragen-Kapuzenlösung- ich will es abends immer gar nicht ausziehen. Vielleicht sollte ich mir noch ein Schlaf-Ninja...?

Auf dem Blog des Memademittwoch findet man heute noch viele andere gut angezogene Frauen (leider wieder keine Männer, schade!). Angeführt wird die Riege heute von Wibke in einem wunderschönen Knipkleid...ich glaube, ich muß mal diese Knip raussuchen...
Und da das Grau so gut zum grauen November paßt, verlinke ich auch mit den 12coloursofhandmadefashion!

Mittwoch, 15. November 2017

Baukastenkleid aus der Oktober-Knip

Ich nähe nun seit einigen Jahren Kleidung überwiegend für mich, und natürlich hat sich auch bei mir ein gewisser Stoffvorrat angehäuft. Ich oute mich hier als überzeugte Verfechterin des hauseigenen Stofflagers. Es ist so schön, wenn man einen tollen Schnitt sieht und sofort weiß: dieser Schnitt ist ideal für den genialen Stoff, den ich damals aus xy mitgenommen habe.  Dann trift sich nämlich ein Traumpaar von Stoff und Schnitt, und das Nähen funktioniert und führt zu einem schönen Ergebnis. Der andere Weg, also einen tollen Schnitt zu haben, in den Stoffladen zu gehen und zu hoffen, dort einen passenden Stoff zu finden, klappt bei mir fast nie. Ich komme dann nach Hause mit diversen anderen Stoffen, die gerne im Stofflager deponiert werden, aber der tolle Schnitt kann nicht genäht werden. Und immer wieder ergeben sich bei mir Nähpläne, die dann auch sofort und gleich umgesetzt werden müssen, ohne Rücksicht auf Ladenöffnungszeiten oder Lieferfristen nehmen zu können.

Nachdem ich somit meinen hauseigenen Stoffstapel zur Genüge gerechtfertigt habe, zeige ich heute gerne ein Kleid,  das aus eben diesem Stoffstapel entstanden ist, und zwar aus einem Stoff der unteren Schichten des Stapels... wer sich noch nicht mit den verschiedenen Schichten des Stoffstapels auskennt, dem sei dringend diese Lektüre empfohlen (Heather B: Anatomy of a fabric stash), köstlicher kann man den geologischen Aufbau  eines Stofflagers nicht erklären!

Dieser Stoff also kam aus einer tieferen Schicht des Stofflagers. Warum war er dahin gerutscht? Sicher aus verschiedenen Gründen: die Farben sind schon sehr herbstlich, gefallen mir mittlerweile nicht mehr. Es war ein relativ kleines Stoffteil, ich hatte nur knapp 1,40 m . Der Stoff ist recht leicht und weich, er enthält sicher einen größeren Anteil von Polyester. Für einen Rock war mir der Stoff zu leicht, für eine Bluse gefiel er mir nicht, für ein Kleid war er zu wenig- so geriet dieser an sich hübsche Stoff immer weiter nach unten im Stoffstapel.

Er fiel mir wieder in die Hände, als ich für das Baukastenkleid aus der Oktober-Knip einen Stoff suchte, eigentlich nur zum Testen der Paßform. Die Knip hat ja oft Baukastenschnitte, ich finde das eigentlich sehr schön, wenn man verschiedene Schnittteile beliebig kombinieren kann. Wenn der Schnitt dann einmal angepaßt ist, hat man viele Variationsmöglichkeiten.
Bei diesem Schnitt handelt es sich um einen Kleiderschnitt, der als Besonderheit schräg verlaufende Abnäher an Oberteil und Rock hat. Es gibt verschiedene Ausschnitt, Rock und Ärmelvarationen, eben ein richtiger Baukasten.
Am besten gefiel mir auch den Bildern die Variante mit schmalem Rock und Dreiviertelärmeln:


Als Stoffverbrauch war hier 1,70 angegeben, aber da mir die Knipschnitte immer viel zu lang sind, hoffte ich noch etwas einsparen zu können und machte mich einfach mal ans Zuschneiden. Ich hatte die Schnittteile in meiner Größe (38) ausgemessen und fand sie ganz passend. Und wenn dieses Modell nicht passen sollte, hätte ich es auch nicht schlimm gefunden, dann hätte jedenfalls der wenig geliebte Stoff seine Verwendung gehabt.

Aber nach den ersten Anproben war klar, daß die Paßform gar nicht so schlecht werden würde, und so habe ich das Kleid dann komplett zu Ende genäht und ein Futter dazu konstruiert. Das Rückenteil habe ich um 2 cm gekürzt, den Rock um mindestens 7 cm, das weiß ich nicht so genau, es paßte jedenfalls so auf meinen Stoff. Belege und Ärmel sind nicht so ganz im Fadenlauf  zugeschnitten, aber dafür ist jetzt dieser Stoff bis zum letzten Fitzel aufgebraucht!

Auch das Futter kam aus dem Vorrat. Dieser pinkfarbene Futterstoff war mal in der engeren Wahl für meinen Wintermantel, aber da verließ mich dann irgendwann der Mut, den Mantel ganz pinkfarben zu füttern und ich reduzierte auf eine pinke Paspel. Dieses Kleid ist jetzt pink gefüttert- und ich freue mich jedesmal wenn ich es anziehe, gerade in der jetzigen trüben Jahreszeit. Auch der Reißverschluss ist übrigens pink, und den kleinen pinken Zipper unter meiner linken Achsel  sieht wahrscheinlich keiner ausser mir.

Das Kleid ist sehr figurbetont geworden, um nicht zu sagen etwas zu eng. 2 cm mehr im Bauchbereich würden eine bessere Bequemlichkeit ergeben, zumal mein Stoff auch nicht dehnbar ist. Laufen ist wiederum problemlos, durch den Schlitz im Rückteil. Fahrradfahren habe ich noch nicht probiert, ist wahrscheinlich aber auch nicht ideal. Ansonsten trage ich das Kleid ausgesprochen gern, vielleicht gerade wegen der herbstlich- unauffälligen Farben.

Ach ja, der Herbst- der hat uns ja bei unserer Foto-Session am letzten Wochenende doch etwas zugesetzt. Wie immer gab es nur ein kurzes Zeitfenster, um Blogfotos zu machen. Üblicherweise verbinden wir das Fotografieren der genähten Kleider für den Blog mit unseren Wochenendaktivitäten, die meistens Wanderungen oder Fahrradtouren sind. Bei Regenwetter macht beides nicht so wirklich Spaß, vor allem wenn der Regen mit eisigem Wind verbunden ist...
Wir fanden aber dann auf unserer Wanderung diesen Pavillon, der zumindest von oben  vor dem Regen schützte. Und die feuchten Stellen im Stoff sind zum Glück auf den Bildern kaum sichtbar!

Alle anderen Beiträge der mittwochs bloggenden Selbernäherinnen, ob bei Regen oder Sonne, finden sich hier in der Galerie des Memademittwochs!

Mittwoch, 1. November 2017

Tulpentop von Crafteln

Das Tulpentop von Crafteln ist wie alle Schnitte, die Meike bisher in Zusammmenarbeit mit Stokx herausgebracht hat, ein ganz besonderer Schnitt.

In diesem Fall liegt die Besonderheit in der Materialkombination: das Vorderteil mit dem Wasserfallkragen wird aus einem schön fließenden Webstoff ( Viscose, Seide) genäht, der Rest des Shirts aus Jersey. Diese Materialkombination war auch das, was mich in der Planung des Tops lange beschäftigt hat. Zweimal war ich im (zum Glück gutsortierten!) Stoffgeschäft vor Ort, habe Stoffballen mit Viscose zur Jerseyecke geschleppt und zurück, und auch schon mal eine andere Stoffkombination gekauft, die mir dann aber zuhause doch nicht mehr gefiel.

Was Ihr jetzt seht, ist eigentlich eine Zufallskombination: der gemusterte Stoff ist eine leichte Viscose, aus der ich eine langärmelige Bluse für den Herbst plante. Nach dem Waschen wurde der Stoff zunächst ins Regal einsortiert (man hat ja auch noch andere Projekte...), und da lag er dann im Regalbrett neben den Jerseystoffen. Dort lagerte ein Rest dieses bordeauxfarbenen Jersey vom Stoffbüro seit letztem Herbst, und nachdem ich die beiden dann einen Tag zusammen auf dem Nähtisch ausgebreitet hatte, war klar: diese beiden gehören zusammen!

Die Schnitte von Crafteln, die ich bisher kennengelernt habe, sind alle absolut professionell gemacht. Es ist einfach schön, wenn ein Schnitt alle notwendigen Bezeichnungen enthält und alle  Markierungen zusammenpassen. Die Anleitungen sind super beschrieben und ausführlich, die Grafiken verständlich. Ja, so wünsche ich mir ein Schnittmuster!

Daß mir beim ersten Zuschneiden dann doch ein gravierender  Fehler unterlaufen war, war wirklich meine eigene Schuld. Und ja, ich weiß, man soll nicht abends , wenn man schon müde ist, zuschneiden- aber ich wollte doch so gerne mit meinem Tulpentop anfangen! Und so ein Gedanke "ich schneide heute nur mal schnell noch die Viscose zu"- ja , das konnte nicht gut gehen.

Das Webstoffvorderteil wird im schrägen Vorderteil zugeschnitten. Steht eindeutig in der Anleitung, Fadenlaufpfeil auf dem Schnitt- und ich hatte das Teil beim ersten Versuch im geraden Fadenlauf zugeschnitten.
Zum Glück habe ich das dann erst am nächsten Tag gemerkt, als etwas mehr Nähzeit war. Ich hatte  kurz überlegt, ob ich es so lassen sollte und mich dagegen entschieden. Das Vorderteil braucht den schrägen Fadenlauf für die Bequemlichkeit und den schönen Fall des Wasserfallkragens, da wollte ich nicht drauf verzichten.
Und ich hatte ja noch genug Stoff, der war ja eigentlich für eine Bluse gedacht. Also konnte ich das Vorderteil problemlos noch mal zuschneiden. Lektion gelernt: abends nicht mehr zuschneiden!

Der Rest des Nähens war völlig unproblematisch, und das ganze Teil war auch unglaublich schnell genäht. Die Schulterpartie ist lustig konstruiert, so  daß ein Teil des Vorderteils an der Schulter nah hinten geführt wird und das Rückenteil überkreuzt. Das Rückenteil hat oben ein Bündchen für den guten Sitz, für dieses Bündchen gibt es ein liebevoll konstruiertes Schnittmusterteil mit schräg auslaufenden Ecken. Kleine Details, über die ich mich aber sehr gefreut habe!

Warum heißt das ganze eigentlich Tulpentop? Weil es auch noch eine Version mit kurzen Ärmeln gibt, die sind dann aus dem Webstoff und in Form einer Tulpenblüte kunstvoll gefaltet. Leider muß ich jetzt bis zum nächsten Frühjahr warten, um auch diese Version auszuprobieren.
Apropos Jahreszeit: das ist vermutlich der einzige Fehler, den dieser Schnitt hat: er ist doch eher luftig durch das dünne Viscosevorderteil. Ich trage daher jetzt ein farblich passendes Top darunter, damit es nicht ganz so zugig ist. Das Top sieht man auf den meisten Fotos etwas hervorblitzen.
Aber Windschutz war schon notwendig bei unserer Foto-Session:
Genäht habe ich das Top in der Größe 2, Crafteln hat ein eigenes Maß- und Größensystem. Geändert habe ich bei diesem Exemplar nichts. Allerdings sitzt der Brustabnäher für mich etwas zu hoch, das werde ich bei der nächsten Version ändern. Durch den weiten Schnitt des Tops fällt der nicht ganz optimale Sitz des Brustabnähers wenig auf.
Das Shirt ist durch den Jerseyanteil unglaublich bequem und zum Fahrradfahren bestens geeignet- damit schlage ich jezt mal elegant den Bogen zum heutigen Motto des Memademittwoch, bei dem es um die Frage geht, wie die genähten Sachen in unseren Alltag passen.

Da ist dieses Top natürlich der Held: schick, trotzdem bequem, in meiner Herbst-Winterlieblingsfarbe dunkelrot, paßt alles perfekt. Und da es dazu auch noch so schnell und einfach zu nähen ist, sind schon die nächsten Tulpentops in Planung!
Alle anderen genähten Kleidungsstücke, ob alltagstauglich oder nicht, sieht man heute auf der Galerie des Memademittwoch!