Samstag, 23. Dezember 2017

Zweites Weihnachtskleid fertig!

Heute zeige ich im Finale des Weihnachtskleid-Sewalongs  mein zweites Kleid, das nach einem selbstkonstruierten Schnitt entstanden ist. Mit dem ersten Kleid, das ich hier beschrieben hatte, war ich nicht ganz zufrieden, da Stoff und vor allem der zu große Ausschnitt mich eher an ein Frühlingskleid erinnerten.

Ich hatte mich daraufhin nochmal auf Stoffsuche im Internet begeben und wurde bei 1000Stoff, wie so oft, fündig. Wenige Tage später lag dann dieser Stoff auf meinem Zuschneidetisch: ein Wollseidentweed der oberfränkischen Stoffmanufaktur Zuleeg. Nein, er lag natürlich nicht gleich auf dem Zuschneidetisch , sondern durfte vorher noch eine Runde in der Waschmaschine im Wollwaschgang drehen, was ihm aber nichts geschadet hat.

Der Stoff hat einen wunderbaren Fall und fühlt sich ganz weich an, also nichts mit kratzigem Wollstoff. Trotzdem habe ich mich gegen die Ärmel am Kleid entschieden, denn schon der Gedanke an die überhitzten Weihnachtszimmer im Wollkleid führte bei mir zu einem Schweißausbruch- nein, lieber ärmellos und mit passendem Shirt untendrunter.

Damit der schwarzweiße gemusterte Stoff nicht gar so trist aussehen sollte, kam ich auf die Idee, ihn mit rosa Paspeln aufzuhübschen. Und Taschen sollte das Kleid bekommen.
 Die Zeichnungen mache ich übrigens nicht nur deshalb, um mich im Zeichnen von Figurinen zu üben (wobei das sicher auch sinnvoll wäre- das Zeichentalent meines Großvaters wurde leider nicht an mich vererbt...), sondern vor allem, damit ich ein Deckblatt für meine Schnittmusterteile habe. Ich sortiere meine selbstkonstruierten Schnitte in einem extra Stehordner in Klarsichthüllen. Mittlerweile kommt auch immer ein Stückchen Stoff von dem vernähten Teil dazu, ich hoffe, daß das so für eine gute Buchführung ausreicht

Die Taschen liessen sich leicht in meinen Entwurf einbauen, da ich ja eine Seitenabtrennung im Kleid hatte. Hier habe ich  eine diagonale Trennungslinie  eingezeichnet und den entsprechenden Taschenbeutel dazu konstruiert. Für das Taschenfutter hatte ich noch einen Rest pinkfarbenen Futterstoff, da paßte die Paspel dann gut dazu.

Beim Nähen hatte ich dann zwischendurch immer mal die Befürchtung, daß diese schrägen Eingriffe zu sehr an eine Kittelschürze erinnern würde, aber ich hoffe, daß nur ich diese Assoziation habe...
Für die Hände sind die Taschen etwas zu klein, aber für ein Taschentuch oder andere Kleinigkeiten sollte die Größe reichen.

Eigentlich wollte ich die Paspel auch an den Ausschnittrand nähen, aber beim Verarbeiten des Beleges habe ich dann gemerkt, daß die Stofflagen mit zwischengefaßter Paspel zu dick geworden wären. So blieb es bei den kleinen Paspelstückchen an den Tascheneingriffen.

Den Ausschnitt habe ich an ein vorhandenes schwarzes Shirt angepaßt, das ich dazu tragen wollte, bei diesem Kleid finde ich ihn jetzt gelungen.

Wie alle meine selbstkonstruierten Teile ist auch dieses Kleid sehr schlicht und klassisch, wenn man es wohlwollend ausdrückt, die weniger Wohlwollenden werden es langweilig finden...mal sehen, wie es sich im Gebrauch bewährt!
ja, den Saum bügle ich noch mal!

Falls ich an den Weihnachtstagen dann genug von schwarz-weiß habe, gibt es ja auch noch Kleid No.1, das Stiefmütterchenkleid mit dem zu großen Ausschnitt. Dem habe ich jetzt kurzerhand noch einen Loop spendiert, für die eine Seite reichte der Rest Kleiderstoff genau aus, die andere Seite ist ein Rest grauer Viscosestrick, aus dem ich mir mein Ninja-Kleid genäht hatte.

Damit ist jetzt dieses Kleid auch wintertauglicher geworden, und das Verrutschen des Ausschnittes stört mich nicht mehr. Eine einfache Maßnahme, wie schön, wenn man Nähen kann!


Bevor ich jetzt in der Galerie des Memademittwoch mir die vielen wunderschönen Weihnachtskleider ansehe, möchte ich micht ganz herzlich bei den Moderatorinnen des Memademittwoch für ihre unermüdliche Arbeit in diesem Jahr bedanken. Auch bei meinen vielen Leserinnen und wenigen Lesern möchte ich mich  bedanken- Danke für das Interesse und die vielen lieben Kommentare, die ich das ganze Jahr über bekommen habe. Ich wünsche allen ein friedvolles und gesundes Weihnachtsfest!
verlinkt: 12colours of handmadefashion

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Mehr Heldinnen braucht die Welt!

Letzte Woche hatte ich über meine Heldinnentasche von Crafteln berichtet, die im Rahmen des Probenähens entstanden war. Ich liebe diese Tasche sehr, aber sie hat einen großen Fehler- durch ihre bunten Farben paßt sie nicht zu allen meinen Kleidern. Und da es sich bei dieser Tasche, die sich durch ihre ausgeklügelte Form so perkfekt an den Hüften anschmiegt,  auch fast um ein Kleidungsstück handelt, war dies ein wichtiges Argument für das Nähen der nächsten Tasche- denn die Welt braucht mehr Heldinnen!

Nun kann ich sicher nicht zu jedem Kleidungsstück eine passende Tasche nähen, aber zumindest zu jedem meiner beiden Ninja-Kleider sollte es eine passende Heldin geben. Mein graues Kleid, das nach dem Ninjaschnitt von Crafteln entstanden war, habe ich hier schon mal vorgestellt. Heute trage ich ein blaues Ninjakleid, das war das erste, das ich nach diesem Schnitt genäht hatte. In den Stoff hatte ich mich gleich verliebt- ein Polyesterjersey, etwas dicker, in einem schönen blau-schwarzen Muster. Eigentlich ein schöner Stoff, der aber schon nach der ersten Wäsche zum Pilling neigt. Noch trage ich das Kleid gerne, aber ich fürchte, seine Lebenszeit wird begrenzt sein-schade!

Die Lebenszeit dieser blauen Heldinnentasche wird aber vermutlich sehr, sehr lange sein. Ich habe dafür einen interessanten Stoff verwendet, den ich mir eigentlich mal als Probierstück für eine wasserfeste Jacke bestellt hatte. Schon lange möchte ich mir eine halbwegs regen- und wasserfeste Jacke nähen, scheue aber bisher noch von den Synthetikstoffen, die es natürlich in wunderbar wasserdichten Versionen gibt, zurück. Ich stieß bei meiner Suche irgendwann auf geölte Stoffe , die im englischsprachigen Raum als "oilcloth" bezeichnet werden, auf deutsch kennen wir ja auch die Bezeichnung Ölzeug. Diese Stoffe wurden im 19. Jahrhundert für Seefahrer verwendet, um vor der Feuchtigkeit zu schützen. Es handelte sich um Leinwand, das in Öl, oft Leinöl, eingelegt wurde. Die britische Firma Merchant and Mills, die viele von uns auch als Hersteller von interessanten Schnitten kennen, vertreibt diese Stoff, aber mittlerweile gibt es auch etliche deutsche Onlinestoffhändler, die geölte Stoffe im Angebot haben.

Der Stoff, den ich für meine Heldin verwendet habe, nennt sich "dry oilskin", also ein trockener Ölstoff. Ich würde jetzt gerne beschreiben , wie er hergestellt wurde, aber die mir zugänglichen Quellen schweigen darüber. Das klassische Ölzeug hat einen deutlich fettigen Griff- nicht unangenehm, wie ich finde, aber doch deutlich ölig. Dieser trockene Stoff fühlt sich an wie ein normaler Canvas und sieht auch so aus- in diesem Fall in einem ganz tiefen dunkelblau und sehr mattem Glanz. Aber Wasser perlt davon sofort ab, also eindeutig wasserabweisend, wenn auch nicht wasserfest.

Neugierig wie ich war hatte ich den Stoff natürlich auch einer Brennprobe unterzogen und dabei mit dem normalen geölten Stoff verglichen. Für mich war kein großer Unterschied erkennbar- beide Stoffe brennen gut, mit wenig Rückständen und ohne chemischen Geruch. Vermutlich ist die Herstellung dieses trockenen geölten Stoffes ein gut gehütetes Firmengeheimnis, denn interessant ist dieser Stoff wirklich.
Der Stoff war zunächst recht steif, wurde aber schon beim Nähen deutlich weicher. Zu Vernähen war er hervorragend, was ich gerade bei diesem etwas komlizierteren Schnitt der Heldinnentasche sehr zu schätzen wußte.

Ich wollte ja eine einfarbige Tasche nähen, aber als dann der tief dunkelblaue Stoff auf meinem Nähtisch lag, war mir das dann doch etwas zu trist für diese dunklen Herbst- und Wintertage. Ich habe deswegen kombiniert mit einem roten Reißverschluß, und mit einem  gemusterten Futterstoff. Hierfür habe ich ein Stück " Sparkel midnight blue"  von Atelier Brunette geopfert .

Die Heldinnentasche wird ja eigentlich nicht gefüttert, aber natürlich kann man sie füttern. Hierfür habe ich das Teil für die große Außentasche doppelt zugeschnitten , also einmal aus dem Hauptstoff und einmal aus Futterstoff und die beiden Lagen an der oberen Kante verstürzt. Die diagonalen Nähte, die in der Beschreibung als französische Nähte beschrieben werden, habe ich dann nur als normale Nähte gearbeitet und danach die gefütterte Außentasche wie eine Stofflage verarbeitet.
Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Natürlich sieht das bunte Futter keiner von außen, aber ich freue mich immer, wenn ich in die Tasche hineinschaue.

Auch diese Tasche hat die gleichen guten Eigenschaften wie meine erste Heldin: nicht nur schön vom Design her, sondern auch unglaublich praktisch. In der großen Aussentasche läßt sich alles unterbringen, das man rasch griffbereit haben möchte. Alle anderen Dinge kommen in die mit Reißverschluß gesicherte Innentasche. Auch diese Tasche hat eine Extratasche fürs Handy, dazu habe ich noch ein zweites mit Klettband verschlossenes Täschen genäht für Kamm, Lippenstift und Handcreme, also die Sachen, die ich auch gerne griffbereit in der Tasche habe.
Ich habe für diese Tasche wieder eine einfache Leiterschnalle zum Verstellen des Gurtbandes verwendet. Das ging gut, schöner wäre aber wohl doch eine drehbare Steckschnalle gewesen, wie sie auch in der Originalversion der Designerin Lindy Stokes  verwendet werden. Leider hatte ich diese Schnalle beim Nähen nicht zur Verfügung- wie gut, daß sie jetzt im Schnittmusterkiosk von Crafteln erhältlich sind!
Bei meiner nächsten Heldin werde ich dann diese drehbare Schnalle verwenden. Und die nächste Heldin muß natürlich bald genäht werden, denn es gibt immer noch Kleidungsstücke in meinem Schrank, zu denen keine meiner beiden Taschen paßt. Und schliesslich braucht die Welt unbedingt noch mehr Heldinnnen.
Heute zeigen auch Birgit und Wiebke ihre Heldinnentaschen- da freue ich mich schon sehr aufs Lesen und Schauen!
Verlinkt : RUMS


Donnerstag, 14. Dezember 2017

die Heldin! Neues Taschenschnittmuster von Crafteln

Es gibt ein neues Schnittmuster von Crafteln, die Heldinnentasche!
Ich nähe ja sehr gerne die Schnittmuster von crafteln, die Meike in Zusammenhang mit der australischen (oder jetzt Berliner) Designerin Lindy Stokes herausbringt. Alle Schnitte sind so ausgeklügelt und interessant, einfach immer etwas Besonderes.
Und deshalb hatte ich mich auch sofort beworben, als Meike im September neue Probenäherinnen suchte. Normalerweise habe ich kein Interesse am Probenähen. Meine Nähzeit ist knapp, und ich werde sie nicht mit Schnitten oder Stoffen verbringen, von denen ich nicht überzeugt bin.
Aber in diesem Fall war das anders, da ich mir sicher war, daß der Schnitt spannend würde. Spannend auch deshalb, weil Meike von vorherein angekündigt hatte, es würde sich um ein Accessoire handeln. Was konnte das sein, ein Hut, ein Schal, eine Tasche? Ich war neugierig und bewarb mich.

Etliche Wochen hörte ich dann nichts mehr, und dann kam irgendwann die mail, ich sei ins Probe-Nähteam von Crafteln aufgenommen, wie habe ich mich gefreut!
Und dann wurde auch klarer, um was es ging. Eine Tasche, die von dem Label Stoxs unter dem Namen Paniertasche vertrieben wird, sollte nun für uns Hobbynäherinnen zugänglich gemacht werden. Eine sehr schicke Umhängetasche, die eine besondere dreidimensionale Form  hat und dadurch perfekt auf der Hüfte sitzt.
Quelle: Stoxs, Berlin


Aber diese Tasche mußte erstmal genäht werden, und das war am Anfang gar nicht so einfach. Wir hattten zunächst nur die Anleitung  und den Schnitt, der noch wenig Bezeichungen hatte. Ich bin sicher kein Taschen-Profi, aber so einige Taschen hatte ich ja schon genäht. Alle hatten ähnliche Teile, Außentasche, Innentaschen, meistens waren sie gefüttert, Reißverschluss, irgendwann wurde dann gewendet, und dann lag die fertige Tasche schön auf dem Tisch.

Diese Tasche ist völlig anders. Deshalb war es für uns beim Probenähen zunächst schwierig , mit den Schnittteilen umzugehen. Ungewöhnlich war die Form, wo war eigentlich oben und unten, wie sollten die Teile zusammengenäht werden? das war zunächst gar nicht erkennbar.

Aber ich war mir ja von vornherein sicher, daß auch dieser Schnitt so durchdacht sein würde wie alle Schnitte aus dem Hause crafteln, und so habe ich beim Nähen meiner ersten Tasche einfach blind der Anleitung vertraut , ohne recht  zu wissen, wo es hingehen würde.

Der Schnitt enthält einige nähtechnische Besonderheiten, genäht wird teilweise mit Kappnähten. Die kannte ich schon, aber neu war mir die Variante, die bei dieser Tasche angewendet wird: eine Nahtzugabe wird vor dem Nähen schon gekürzt, dann die beiden Teile mit unterschiedlicher Nahtzugabe zusammengenäht und wie üblich die länger Nahtzugabe um die kürzere geschlagen. Der Vorteil von dieser Technik ist, daß man die  kürzere Nahtzugabe schön sauber schneiden kann , ich habe hier teilweise auch meinen Rollschneider eingesetzt, wie ich es beim Zuschneiden immer gerne mache.
Die fertige Anleitung ist super ausführlich und enthält viele Tutorials, so daß dieser Designerschnitt sicher für alle gut machbar ist.

Da die Tasche nicht gefüttert ist und die Innenseite der Außtentasche sichtbar wird, ist es ratsam, einen Stoff mit einer ansehlichen linken Seite zu wählen. Ich hatte einen Polsterstoff verwendet, der auch von links ausgesprochen schön war. Er war relativ dick, das hat mir die Arbeit etwas erschwert, aber es ging.

Die besondere dreidimensionale Form der Tasche entsteht durch die halbrunde Form der hinteren Tasche und diagonale Nähte , die auf diese Rundung zu laufen. Diese Rundung setzt sich fort in der vorderen Tasche, die oben offen ist und auch etwas konvex nach außen fällt.

Die Innentasche wird mit einem Reißverschluss gesichert, der sich durch zwei Zipper in beide Richtungen nach außen öffnen läßt. Diese Zipperanordnung entspricht natürlich nicht der Anordnung eines normalen Zweiwegezippers, sondern man muß sie selbst aufziehen.Bei diesem dicken Reißverschluß, den ich verwendet habe, ist das aber kein Problem.

Das Handy findet in einer separaten Innentasche Platz.

Das Nähen und die Konstruktion der Tasche fand ich spannend, aber wie würde sich die Tasche im Gebrauch verhalten? Zunächst war ich skeptisch, weil ich die offene Form der Tasche etwas gewöhungsbedürftig fand. Aber schon beim ersten Einkaufsbummel mit Tasche nahm ich sie wie selbstverständlich in Gebrauch. Wie schön, beim Fahrradfahren blieb sie über meiner Schulter und störte nicht beim Fahren. Beim Betreten eines geheizten Kaufhauses wurden Mütze und Handschuhe mit einem Griff in die Tasche geschoben und wieder herausgeholt. Beide Hände blieben frei, und trotzdem hatten Geldbeutel und Handy ihren sicheren Platz und konnten sofort heraus geholt werden.
Und bei den unvermeidlichen Regenschauern in diesem Herbst konnte ich mit beiden Händen den Schirm festhalten und die Tasche rutschte nicht von meiner Schulter. Also, diese Tasche ist die Heldin meines Alltags!

Eigentlich heitßt sie ja "Heldinnentasche" , aber in  unserer Probenähgruppe wurde daraus  ein liebvolles "die Heldin". Überhaupt fand ich es interessant, wie rasch wir diese Tasche in unsere Herzen schlossen. Am Anfang war da schon etwas Skepsis, weil wir das Schnittmuster so wenig einordnen konnten. Beim Nähen entdeckten wir dann die Genialität des Schnittes, aber der eigentliche Aha-Effekt kam bein ersten Umlegen, oder besser gesagt Anziehen der Tasche.
Denn diese Tasche ist ein Kleidungsstück, und so versteht man auch den Originalnamen "Paniertasche", also so etwas wie Reifrocktasche. Sie paßt auch durchaus nicht zu jedem Outfit, aber mit meinem grauen Ninjakleid, das ich hier schon im Blog gezeigt hatte, ist diese Tasche ideal kombiniert.
Ich habe im Gurtband eine einfache Leiterschnalle verwendet. Luxuriöser ist natürlich eine Drehschnalle, die es zum Glück jetzt im Shop bei Crafteln gibt.
Wer jetzt noch Lust auf andere Heldinnnen-Taschen bekommen hat, der möge doch bitte zu den blogposts von   Patchworkangel(a) , Chris Nadelspiele  , Strickprinzessin  und Fantipanti rüberhüpfen, die zeigen nämlich heute ihre Heldinnentaschen. Alle sind total verschieden geworden, das ist so spannend! Und wer die ganze Blogtour sich anschauen will, der bekommt hier den Fahrplan:

Dienstag, der 12.12.:
Tina, Sophie auf Facebook und Mücke

Mittwoch, der 13.12.:
Frau Sonnenburg und Ostenfelder Nähstube

Donnerstag, der 14.12.:
Mariabarbara, Patchworkangel(a), Chris’Nadelspiele, Strickprinzessin und Birgit

Dienstag, der 19.12.
Naehkatze, Chris’Nadelspiele, Ejas Freudentränen

Donnerstag, der 21.12.
BirgitMariabarbara und Wiebke

Ich bin davon überzeugt, daß aus diesem tollen Schnitt noch viele, viele weitere Taschen entstehen werden. Alle auf ihre Art einzigartig, und alle besonders, eben echte Heldinnen!

Der Schnitt wurde mir von Meike kostenlos zum Probenähen zur Verfügung gestellt. Die Arbeit im Probenähteam habe ich sehr genossen, so eine nette und engagierte Truppe! Was ich in meinem Blog schreibe, ist meine eigene Meinung- so wie immer.

Verlinkt mit RUMS  
tt-taschenundtaeschchen

Sonntag, 10. Dezember 2017

Weihnachtskleid nach eigenem Entwurf- fertig?

Heute ist schon der 3. Teil des WKSA- das Thema ist heute der Zwischenstand bei unserer Weihnachtskleidnähaktion. Eigentlich kann ich heute stolz ein fertiges Kleid präsentieren.
Zur Erinnerung: ich nähe dieses Jahr ein Kleid nach einem eigenen Schnitt, den ich im September diesen Jahres bei einem Schnittkonstruktionskurs gezeichnet hatte. Das Thema des Kurses bei Peggy Morgenstern waren Etuikleider in verschiedenen Variationen, und so entstand auch der Entwurf für dieses Kleid.
Das Kleid hat Teilungsnähte , die in den Armausschnitt laufen. Dies sind keine Prinzess- oder Wienernähte, da sie nicht über den Brustpunkt gehen. Deshalb bleibt auch ein kleiner Rest des Taillen- und Brustabnähers bestehen, der als Abnäher genäht wird.Auch im Rücken gibt es zusätzlich zu den Teilungsnähten noch einen Taillenabnäher sowie einen Schulterabnäher, der in den Halsausschnitt gedreht ist. Die Ärmel sind dreiviertellang, schlicht mit einem kleinen rückwärtigen Abnäher. Der Rock ist ab der Taille leicht ausgestellt, um eine vernünftige Beinfreiheit auch ohne Schlitz zu erreichen.
Mein Hauptproblem bei diesem Kleid war bisher die Suche nach dem richtigen Stoff. Einen Viscosecrepe, den ich zunächst im Auge hatte, erwies sich als zu dünn- dieses Kleid erfordert einen Stoff mit etwas Stand. Und so habe ich es jetzt aus diesem Stoff genäht, der für den Schnitt gut geeignet ist, finde ich. Auch ein Viscosecrepe, aber dafür recht kräftig. Der Stoff hat einen wunderbaren Griff- er fühlt sich warm an. Vielleicht eine eigenartige Beschreibung für einen Stoff? Aber es gibt ja wirklich so ganz kühle Stoffe, wie Leinen, oder manchmal auch Baumwolle- dieser Stoff ist einfach warm vom Anfassen her. Die Farben, blau, grau und dunkelrot, sind natürlich absolut mein Beuteschema, und das in Verbindung mit dem tollen Griff führte zur Bestellung des Stoffes.
Das Muster ist allerdings gar nicht weihnachtlich, sondern paßt vielleicht dann eher in den Frühling, wenn wieder alle Vorgärten mit Stiefmütterchen bepflanzt werden. Aber es hat ja auch keiner gesagt, daß ein Weihnachtskleid nur an Weihnachten getragen werden soll, wahrscheinlich ist es sogar besser, wenn es auch noch in andere Jahreszeiten paßt.
Was mir an meinem Entwurf allerdings gar nicht gefällt, ist der Ausschnitt. Er ist zu groß, und vor allem zu weit. Ich glaube auch, daß der Schulterpunkt etwas zu weit außen sitzt. Jedenfalls ist es jetzt so, daß der BH-Träger fast zu sehen ist- das ist mir zu weit.

Auch an den Ärmeln könnte ich noch etwas arbeiten. Wenn der Armausschnitt noch etwas kleiner wäre, wäre die Bewegungsfreiheit in den Armen noch besser. Dann müßte ich allerdings schauen, daß die Armkugel noch schön fällt. Jetzt habe ich sowohl im vorderen als auch im rückwärtigen Teil des Ärmels jeweils 2cm Einhalteweite, das fand ich beim Nähen eigentlich ganz ideal.
Insgesamt bin ich jedoch mit diesem Kleid recht zufrieden. Es ist ein gut tragbares Kleid entstanden, das ich sicher viel und gerne anziehen werde. Der Schnitt ist natürlich wieder sehr schlicht, wie bisher alle meine selbstkonstruierten Teile. Als Weihnachtskleid sehe ich es nicht unbedingt- wobei ich da natürlich zugeben muß, daß Weihnachten bei uns sehr informell gefeiert wird und ich vermutlich auch in Jeans bei den diversen Feierlichkeiten aufkreuzen könnte.

Mir geht es also wirklich nur um meine eigenen Ansprüche an ein festliches Kleid, ist ja sicher auch ein Luxus, das ich hier  auf meine eigenen Gefühle hören darf und nicht irgendwelchen formellen Forderungen von außen genügen muß.

Und da ich mir noch ein anderes Kleid für die Feiertage wünsche, habe ich mir  einen Stoff bestellt, der meinen Wünschen noch mehr entgegenkommt. Ein Wolle-Seidengemisch, recht dünn, traumhaft anzufassen. Er hat ein schwarz-weißes ganz dezentes Fischgratmuster, und aus diesem Kleid kann ich mir meinen Entwurf sehr gut vorstellen. Aber noch habe ich den Stoff nicht, und ich weiß auch nicht, ob er so rechtzeitig kommt, daß ich bis Weihnachten das Kleid fertig habe. Aber wenn nicht, ist es ja auch nicht schlimm, denn nach Weihnachten habe ich viel mehr Zeit zum Nähen, und dann wird es eben ein Sylversterkleid...
Jetzt schaue ich erst mal, wie weit die anderen Weihnachtskleider schon sind. Zur Galerie auf dem Memademittwoch geht es hier entlang!

Mittwoch, 29. November 2017

Weihnachtskleid- eigener Entwurf


Mein Weihnachtskleid 2017 hatte ich schon im September geplant und auch schon den Stoff dafür mir überlegt. Weihnachten ist  ja ein planbares Ergeignis, nichts spricht dagegen , alle Vorbereitungen rechtzeitig zu treffen. Natürlich habe ich jetzt, Ende November, schon sämtliche Geschenke besorgt und liebevoll verpackt. Die Weihnachtsplätzchen werden noch vor dem ersten Advent gebacken, dann hängt natürlich auch schon die gesamte umfangreiche Weihnachtsdekoration. Und so kann ich die gesamte Advents- und Weihnachtszeit völlig entspannt und gut gelaunt geniessen...
Ach, wäre das schön,wenn ich diesen ersten Absatz mit voller Überzeugung hätte schreiben können...aber natürlich ist die rauhe Wahrheit die, daß auch ich zu den Leuten gehöre, für die der Satz "Weihnachten kommt immer so plötzlich" erfunden wurde.
Aber der erste Satz stimmt, mein Weihnachtskleid habe ich wirklich schon im September geplant!
Denn da war ich bei Peggy Morgenstern auf einem Schnittkonstruktionskurs  für Etuikleider. Entstanden sind zwei Schnitte, einmal für ein Leinenkleid:

Dieses Kleid hatte ich hier schon  mal im Blog gezeigt.
Das andere Kleid, das ich konstruierte, hatte ich von vornherein als Kleid für Weihnachten für mich geplant. Es hat Teilungsnähte, die in den Armausschnitt laufen, einen leicht ausgestellten Rock und Dreiviertelärmel. Ich stelle es mir ungefähr so vor:


Einen Stoff hatte ich in Gedanken auch schon lange mir überlegt. Ich vernähe ja sehr gerne Stoffe des französischen Labels Atelier Brunette, und hier gibt es einen Viscose-Crepe in vielen schönen Farben. Für Weihnachten hatte ich mir dunkelgrün vorgestellt, und so wurde dieser Stoff vor einigen Wochen schon bestellt und ich fühlte mich für den Weihnachtskleid-Sewalong so gut präpariert, daß ich getrost den ersten Termin geschwänzt habe.
Diese Woche habe ich dann Schnitt und Stoff herausgesucht, und mir kamen Bedenken. Der Stoff ist wunderschön, ein ganz zarter Crepe, leicht durchscheinend in einem grün, das etwas ins petrolfarbene geht, eine tolle Farbe. Der Stoff hat eine tollen Fall, und wenn ich ihn mir anhalte, lädt er zum Drapieren ein, ruft nach einer Raffung, Falten, Einkräuselungen-dafür wäre dieser Stoff wunderbar geeignet.

Mein Schnitt ist ein ganz gerader, schnörkelloser Schnitt. Wahrscheinlich könnte ich ihn aus dem grünen Crepe nähen, aber wird der Schnitt dem Stoff gerecht? Mittlerweile habe ich da meine Zweifel. Ich hatte dann mal kurz den hochfliegenden Plan, einen Wasserfallkragen an mein Kleid zu konstruieren- aber ich fürchte, dafür reichen meine Schnittkonstruktionskünste nicht aus, zumal das Kleid ja natürlich gefüttert wird, und Wasserfall an Futter- nein , das kriege ich alleine nicht hin, jedenfalls nicht in dieser knappen Zeit.
Aber ich könnte natürlich einen anderen Rock and das Oberteil nähen. Für einen richtig weiten Tellerrock wird mein Stoff vermutlich nicht ausreichen, aber ich könnte einfach einen in der Taille angekrausten Rock ansetzen. So vielleicht?
 Kräusel in der Taille sind ja aus dicken Stoffen etwas problematisch, weil sie so leicht auftragen, aber aus diesem zarten Stoff geht das wahrscheinlich wunderbar.
Oder doch noch einen anderen Stoff für das erste Kleid suchen? Oder zwei Kleider nähen? Ach, wie gut, daß ja noch so viel Zeit ist bis Weihnachten, erst mal suche ich jetzt weitere Inspirationen auf den anderen Blogs des Memademittwoch!